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Kursnummer : 331/16

Fachtagung Musik und Alter



Beschäftigte in der Altenpflege und Seniorenarbeit, Beschäftigungstherapeuten, Ehrenamtliche und pflegende Angehörige
Dozent/innen:
Joachim Kottmann
Michael Becker
Dr. Dorothea Muthesius
Heidi Schumacher
Marianne Nickel
Britta Armbröster
Dr. Astrid Steinmetz
Melisa Elgün
Martina Zahn
Termin: 27.05.2016
Ort: Räume der Landesmusikakademie Berlin
Gebühr 50,00 Euro 
Anmeldeschluss 12.05.2016
Kurszeiten 27.05.2016  08:30 - 16:00
Musik kann wesentlich zur Steigerung der Lebensqualität, ja Lebensfreude von Menschen im Alter beitragen. Musik kann aber auch in der Begleitung Schwerstkranker und Sterbender eine wichtige Funktion übernehmen.

Die Fachtagung lotet die Spannbreite musikalischer Anwendungsformen vom eigenen Musizieren über Gruppenangebote in Senioren- und Pflegeeinrichtungen bis zur Betreuung demenziell Erkrankter und Sterbender aus. Dabei werden neben einleitenden Vorträgen in Workshopangeboten Einblicke in die musikalische Praxis vermittelt, die zur späteren Vertiefung einladen.

Ablauf:

08:30 Uhr Registrierung / Foyer vor Konzertsaal 1

09:00 Uhr Begrüßung / Joachim Litty (Leiter Landesmusikakademie Berlin)

09:05 Uhr Bericht vom „einfachmalsingenchor“ / Ltg. Joachim Kottmann (Bergneustadt) u. Michael Becker (Kürten) Ein Chor für Menschen mit und ohne Demenz, um auf einfache Art den Spaß am Singen wieder oder neu zu entdecken sowie gemeinsam freudvoll zu singen, zu atmen und den Rhythmus zu finden! Darüber berichten Chorleiter sowie Dozent und lassen das Plenum an dieser Erfahrung teilhaben.

10:00 Uhr Information und Gedanken zu: Tanztee "spezial" / Dr. Dorothea Muthesius (Berlin) Hier tanzen alt und jung, dement und nicht-dement, groß und klein, schwarzweiß und bunt bei bester Musik - ein monatliches Ereignis im Club "bebop" an der Spree, über das die Referentin berichtet.

10:30 Uhr Veeh-Harfen-Ensemble / Ltg. Martina Zahn (Berlin)

11:00 – 11:30 Uhr Kaffeepause

11:30 - 12:30 Uhr 6 Workshops / Auflistung s. unten

12:30 Uhr Mittagspause

13:30 – 14:30 Uhr 6 Workshops / Auflistung s. unten

14:45 – 15:45 Uhr 6 Workshops / Auflistung s. unten

15:45 Uhr Verabschiedung – Konzertsaal 1

16:00 Uhr Ende der Veranstaltung

Workshop 1:
- Musik und Bewegung –
Referentin: Marianne Nickel (Berlin)
Tänze im Sitzen sprechen den ganzen Menschen an, wecken Lebensfreude und aktivieren seine körperlichen und geistig-seelischen Kräfte. Bewegungslieder und Sitztänze sind eine wunderbare Möglichkeit trotz körperlichen Einschränkungen aktiv zu sein. Im heutigen Workshop werden Tänze und Lieder gezeigt, die sich einfach in die Betreuungsangebote für Senioren integrieren lassen.

Workshop 2:
- Arbeit mit Klangschalen –
Referentin: Britta Armbröster (Berlin-Schönefeld)
Die Anwendung von Klangmassagen in der Arbeit mit demenziell erkrankten Menschen zeigt erstaunliche Effekte, wie aus der Praxis berichtet wird. Der lang anhaltende Klang der metallenen Schalen vermag bei den Patienten/innen Verkrampfungen zu lösen und zu innerer Ruhe und Entspannung beitragen.
Britta Armbröster gibt Einblicke in die Arbeit mit Klangschalen und verdeutlicht, wie die Klangmassage eine Beziehung speziell zu Menschen aufbaut, die sonst keine Möglichkeit mehr haben, an gemeinschaftlichen und sozialen Veranstaltungen teilzunehmen.
Die positiven Auswirkungen werden auch von der Leiterin des Maria-Martha-Stifts am Bodensee, Anke Franke, bestätigt, einem Haus, das in der Musik den Königsweg zur Kontaktaufnahme mit Menschen mit eingeschränkter Wahrnehmungsfähigkeit sieht.

Workshop 3:
- Rollatortanz –
Referentin: Heidi Schumacher (Berlin)
Der Rollatortanz ist im Kommen! Es werden Stehvermögen, gute Haltung, Gewandtheit, Beweglichkeit und Koordinationsvermögen gefördert – sämtlichst Fähigkeiten, die jeder Arzt als wichtige Voraussetzungen für ein gesundes Altern bestätigen wird. Rollatortanz ist eine wirksame Sturzprophylaxe und bringt Lebensfreude – egal ob im Solo-, Kombi- oder Gruppentanz. Zwei Millionen Rollatoren sind in Deutschland unterwegs, ein riesiges Potenzial für mehr Abwechslung in Senioren- und Pflegeeinrichtungen und bei der Pflege zu Hause. Der Allgemeine Deutsche Tanzlehrerverband hat einen Lehrgang zur Ausbildung im Rollatortanz mit anschließendem Zertifikat aufgelegt, über den die Referentin Heidi Schumacher berichten wird.

Workshop 4:
- Musik in der Begleitung Schwerstkranker und Sterbender –
Referentin: Dr. Astrid Steinmetz (Potsdam)
Um einen schwerstkranken und sterbenden Menschen in seinen seelischen, sozialen oder auch spirituellen Bedürfnissen zu begleiten, kann Musik eine Möglichkeit jenseits der Worte darstellen. Dafür werden Kenntnisse um die spezifische Wahrnehmung von Musik von schwerkranken Menschen vermittelt. Weiterhin werden praxistaugliche Herangehensweisen bei der musikalischen Begleitung aufgezeigt, um für die Verwendung von Musik am Krankenbett Anregungen zu erhalten sowie Sensibilität und Sicherheit zu entwickeln.

Workshop 5:
- Musikalische Angebote für Migranten/innen in der Pflege -
Referentin: Melisa Elgün (Köln)
Um älteren Menschen mit Migrationshintergrund in der stationären oder ambulanten Pflege über den Einsatz von Musik eine höhere Lebensqualität zu ermöglichen, ist die Beschäftigung mit musikalischem Material aus dem jeweiligen Kulturkreis ein guter Schlüssel. Für die praktische Anwendung im Pflegealltag gibt die Dozentin methodische Hinweise zur Gestaltung von Angeboten aus der Elementaren Musikgeragogik und stellt Beispiele mit dem Schwerpunkt Musik aus der Türkei vor.

Workshop 6:
- Gemeinsames Musizieren auf der Veeh-Harfe -
Referentin: Martina Zahn (Berlin)
Mit der sehr leicht zu spielenden Veeh-Harfe und den dazu gehörenden Notenschablonen lässt sich schon nach kurzer Zeit ohne Notenkenntnisse musizieren und ein schöner Gruppenklang erzeugen. Entwickelt von H. Veeh für seinen mit Down-Syndrom geborenen Sohn bietet dieses an alten Saitenzupfinstrumenten orientierte neuartige Instrument die Möglichkeit, Menschen unterschiedlicher Fähigkeiten im gemeinsamen Musizieren zusammenzubringen. Martina Zahn kann von erfolgreichen Beispielen des Einsatzes der Veeh-Harfe in Senioreneinrichtungen sowohl im therapeutischen wie auch praktischen Beschäftigungsbereich berichten. Instrumente sind vorhanden.


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