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Musik in der Pflege

Hier geht's zur zibb-Sendung https://bit.ly/2lshEky Im Gespräch mit der zibb-Moderatorin Madeleine Wehle erläuterte Joachim Litty, welche Bedeutung Musik haben kann, um Erinnerungsleistungen bei demenziell Erkrankten zu steigern und Spannung und Aggression im Pflegealltag abzubauen. Er sprach sich dafür aus, Musik gezielter in der Pflege einzusetzen – auch in Form von musiktherapeutischen Einheiten, für deren Kosten die Kassen bis zu einem Limit von 125,- EUR im Monat aufkommen. Nach Schweregrad und Anerkennung durch die Pflegekassen können Pflegebedürftige nach § 45b SGB XI niedrigschwellige Betreuungsangebote z. B. durch zugelassene Musiktherapeuten in Anspruch nehmen.
In dem TV-Beitrag wurde deutlich, dass von Demenz Betroffene sehr gut an musikalische Erfahrungen aus der Vergangenheit anknüpfen können. Ihr Langzeitgedächtnis für Musik, das in der Großhirnrinde sitzt, bleibt von den krankheitsbedingten Abbauprozessen der Demenz verschont. Musik könne insofern enorm zu Steigerung ihrer Lebensqualität beitragen, einen Fokus schaffen, als Türöffner für Biografie und Gespräche fungieren sowie die Identität der Betroffenen stärken, so Joachim Litty im Interview.
Der Geschäftsführer der Landesmusikakademie Berlin, der selbst Musiker ist, kennt diese Wirkung von Musik in der Pflege aus eigener persönlicher Erfahrung und hat das Spezialgebiet „Musik in der Seniorenarbeit“ der Akademie über viele Jahre entwickelt. Auf der diesjährigen Fachtagung wurde beispielsweise die Dementia Care Singing-Methode von der schwedischen Expertin Eva Götell aus Stockholm vorgestellt, durch die Alltagsroutinen angestoßen und die ganze Pflegesituation extrem entspannt werde.
In der Sendung zibb demonstrierte Joachim Litty ein musiktherapeutisches Verfahren, bei dem die Klient*innen instrumentale Klänge körperlich erleben. Dafür beispielhaft sind die Wirkungen der Körpertambura aus der Berliner Klangwerkstatt von Bernhard Deutz, in der gerade auch das sogenannte KlangRad neu entwickelt wurde. Bei der Körpertambura liegt der Klangkörper auf dem Bauch der Klient*innen und die Saiten erzeugen einen Oberton-Kosmos, der direkt im ganzen Körper wahrgenommen wird. Durch diese inspirierende, umfassende und beruhigende Wirkung sind diese Instrumente für die Pflege- und Hospizarbeit genauso geeignet wie für das Musizieren zu Hause.
Die vielfältigen Methoden im Gebiet der Musikgeragogik vermittelt die Landesmusikakademie Berlin in einem berufsbegleitenden Lehrgang für Mitarbeitende in Pflege- und Senioreneinrichtungen in sieben Wochenend-Modulen. Der nächste Kurs startet im Frühjahr 2020 und wird zeitnah online bei uns ausgeschrieben.

 

 

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