zurück zur Liste




Kursnummer : 612/18

Musik und Sprachförderung - Fachtagung



Musikschullehrkräfte, Lehrkräfte für Schulmusik, Deutsch und DaZ, Studierende, Interessierte
Dozent/innen:
Manfred Grunenberg
Prof. Dr. Eva Belke
Pia Weisi
Prof. Dr. Magnus Gaul
Prof. Dr. Stephan Sallat
Dr. Anja Bossen
Linda Kauffeldt
Termin: 06.10.2018
Ort: Räume der Landesmusikakademie Berlin
Gebühr 50,00 Euro  (ermäßigt: 15,00 Euro)
Verwaltungskostenpauschale für Lehrkräfte an Berliner Bezirksmusikschulen
Buchbarkeit Diese Veranstaltung ist ausgebucht.
Kurszeiten 06.10.2018  09:30 - 17:30

In wachsender Zahl nehmen Musik- und Sprachlehrkräfte die Möglichkeiten wahr, Musik als sprachförderndes Mittel einzusetzen. Der bislang erfahrungsbasiert erfasste Zusammenhang von Musik und Sprachlernen wird inzwischen von Studien und Gehirnforschung bestätigt. Die Fachtagung stellt bewährte und neue musikgestützte Konzepte vor, die den Erwerb der deutschen Sprache unterstützen. Die Workshops für einzelne Lehrwerke werden umrahmt von Vorträgen zur theoretischen Auseinandersetzung mit der Materie.



Vorträge


Prof. Dr. Stephan Sallat, Leipzig

Besser Sprechen durch Musik ! ?

Die musikpsychologische Forschung der letzten Jahre hat in mehreren Studien zeigen können, dass sich sprachliche Fähigkeiten, bzw. sprachliche Verarbeitungsleistungen bei Menschen verbessern, die sich intensiv mit Musik beschäftigen, z.B. bei Profimusikern, bei Kindern nach verstärktem Musikunterricht. Doch ist dies tatsächlich bei allen Menschen der Fall? Es gibt Menschen, die nicht in gleichem Maße von Musik profitieren und dann scheint auch noch die Art der Musik eine Rolle zu spielen. Im Vortrag werden einige dieser Fragen überblickartig beantwortet.


Dr. Anja Bossen, Berlin

Sprachbewusstes Handeln im schulischen und außerschulischen Musik- und Instrumentalunterricht

Der seit einigen Jahren zu beobachtende Rückgang sprachlicher Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund sowie die anhaltende Migration nach Deutschland stellt Lehrkräfte – und damit auch Musiklehrende – vor neue Herausforderungen. Für den Musikunterricht gilt, wie für andere Fächer auch, dass sich mangelnde sprachliche Kompetenzen negativ auf das fachliche Lernen auswirken. Dies trifft jedoch in gleicher Weise für den Instrumental- und Vokalunterricht zu. Zu dieser Situation kommt gleichzeitig die aktuelle bildungspolitische Anforderung an Lehrende an allgemein bildenden Schulen hinzu, die sprachlichen Kompetenzen aller Schülerinnen und Schüler in jedem Unterrichtsfach zu fördern. Der Vortrag geht auf die Rolle des Mediums Sprache für das Musiklernen ein und zeigt Möglichkeiten didaktischen Handelns auf, das den Prinzipien eines sprachbewussten Musik-, Instrumental- und Vokalunterrichts folgt. Dabei wird auch die Frage aufgeworfen, ob und inwiefern der bestehende musikalisch-ästhetische Bildungsauftrag der Musiklehrenden hinsichtlich einer Sprachbildung, insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender Kooperationen zwischen allgemein bildenen Schulen und Partnern der außerschulischen musikalischen Bildung, erweitert werden muss.



Workshops

Sie können zwei Workshops zu Beginn der Fachtagung auswählen.


Prof. Dr. Magnus Gaul, Regensburg

"Spring" - Sprache lernen durch Singen, Bewegung und Tanz

SPRING ist ein an der Universität Regensburg entwickeltes Programm zur Sprachförderung mit Musik. Es verbindet das Erlernen von Sprache mit vielfältigen musikalischen Formen: in Dialogen, im szenischen Spiel, in eingängigen Liedern, Bewegungselementen und im Tanz. Das Konzept orientiert sich an den Grundlagen des Faches Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und wir dim Workshop praktisch vorgestellt.


Pia Weisi und Ferdinand Auhser, Graz

"Hör zu, Bakabu" - Kinderlieder zur sprachlichen Frühförderung Ein Expertenteam aus Komposition, Sprachwissenschaft, Pädagogik, Philosophie und Hirnforschung entwickelte dieses Projekt, das die sprachliche Förderung aller Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter zum Ziel hat. Dazu werden insgesamt 60 neue Kinderlieder komponiert und mit sprachwissenschaftlich erarbeiteten Texten arrangiert, durch die Kinder leicht und mit Freude die deutsche Sprache erlernen. Pia Weisi und Ferdinand Auhser stellen die Veröffentlichung theoretisch und praktisch vor.

www.bakabu.at


Linda Kauffeldt, Hamburg

Dschungeltanz und Monsterboogie – Lieder zur systematischen Sprachvermittlung

Kinderlieder bieten vielfältige Möglichkeiten, um Kinder schon früh sprachlich zu fördern und ihr intuitives Sprachgefühl zu entwickeln. Das Liederbuch „Dschungeltanz und Monsterboogie“ will dafür Grundlagen schaffen: Es enthält 12 Lieder, in denen grammatische Stolpersteine des Deutschen in den Blick genommen werden. Der Workshop gibt konkrete Anregungen für den Umgang mit diesen Liedern und beleuchtet die spezifischen sprachlichen und musikalischen Fördermöglichkeiten.


Dr. Gerlinde Belke

Verschiedene Sprachen – gemeinsame Lieder: Liedtypen zur interkulturellen Sprachförderung

In allen Kulturen dieser Welt wird Sprache nicht nur kommunikativ-funktional verwendet, sondern immer auch spielerisch-poetisch. Das gilt insbesondere für Kinderlieder und durch rhythmische und analoge Bewegungen begleitete Kinderverse. Sie weisen sprachübergreifend viele Ähnlichkeiten auf, die das Textverständnis über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg erleichtern. Aufgrund der kindlichen Urlust an der Wiederholung, können sie so oft gesungen und abgewandelt werden, bis die in ihnen enthaltenen sprachlichen Strukturen internalisiert worden sind. Deshalb sind sie eine hervorragende Grundlage für die implizite Förderung sprachlicher Strukturen, die für den Schriftspracherwerb unerlässlich sind und die durch den Zwang zur kommunikativen Nutzung einer fremden Sprache in der Regel nicht „von selber“ erworben werden. In dem geplanten Workshop werden interkulturelle Liedtypen vorgestellt und die mit ihnen verbundenen impliziten Lernprozesse an ausgewählten Beispielen demonstriert.


Manfred Grunenberg

Musikalische Lernbegleitung

Seit 2015 entwickelt und erprobt ein Team von Sprach- und Musiklehrenden in Nordrhein-Westfalen unterstützende Materialien für musikalische Aktionen in Sprachkursen. Dabei werden die Methoden der elementaren Musikpädagogik in Anlehnung an das DaZ-Unterrichtswerk „Schritte 2“ auf das Themenfeld Musik und Spracherwerb übertragen. Es entstand eine Sammlung vom neuen Liedern, Spielen, Sprechversen für Body-Percussion sowie exemplarische Stundenbilder. Als Lernende sind zunächst geflüchtete junge Erwachsene im Blick. Musik im Sprachkurs steigert die Motivation, unterstützt vielfältige Lernkanäle und nutzt die emotionale Kraft musikalischer Aktionen zum häufigen Wiederholen und Einüben. Davon profitieren Vokabeln und Regeln, vor allem aber das flüssige Sprechen. Zielgruppe sind einerseits professionelle Musiklehrkräfte, die die Sprachlehrkräfte in einem Tandem unterstützen. Andererseits richtet es sich auch an musikaffine Sprachehrkräfte, die keine musikalische Ausbildung besitzen. Die Konzeption und die Materialien werden im Internet veröffentlicht, eine Druckfassung vorbereitet. www.MusikalischeLernbegleitung.de


Dr. Anja Bossen

Lesen und Schreiben lernen mit Musik

Ansätze und Konzepte einer musikorientierten Sprachförderung basieren auf den zahlreichen Parallelen von Sprache und Musik. Der Workshop vermittelt, wie diese Parallelen im Bereich des Schriftspracherwerbs zur Förderung grundlegender Vorläuferfertigkeiten wie Hörverständnis, phonologische Bewusstheit, Wortschatz und Grammatik nutzbar gemacht werden können. Dabei werden die Potenziale verschiedener musikalischer Bausteine, insbesondere von Bewegungsliedern, rhythmischen Sprachspielen und des sprachbegleitenden Einsatzes von Rhythmusinstrumenten bzw. Bodypercussion anhand praktischer Beispiele aufgezeigt, die u.a. mit gängigen Aufgabenformaten der Didaktik „Deutsch“ und „Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache“ verknüpft werden.




Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa Berlin




Das ganze Jahr auf einen Blick!

Das komplette Programmheft mit allen Fortbildungsangeboten zum anschauen und downloaden finden Sie hier: Jahresprogramm 2018 (pdf, 7 MB)

© Landesmusikakademie Berlin | welcome@landesmusikakademie-berlin.de | Straße zum FEZ 2 | 12459 Berlin | Tel. 030-53071-203 | Fax -222