Impulse und Diskussionen

Zwei Zeitslots:
11:00 – 12:30 Uhr und 13:30 – 15:00 Uhr
(Mittagspause 12:30 – 13:30 Uhr)
Musikalische Schnittstellen: Community Music und Musiktherapie im gesellschaftlichen Wandel
Mit Volker Bernius
Community Music (CM) und Musiktherapie teilen Methoden, verfolgen aber unterschiedliche Ziele. Während CM partizipative Musikprozesse in Gemeinschaften fördert, zielt Musiktherapie auf individuelle Heilung ab. Doch wie können beide Professionen voneinander lernen? Die wachsende Professionalisierung von CM wirft Fragen auf: Wann sind Kooperationen mit Musiktherapeut:innen sinnvoll? Und wie lassen sich Grenzen und Potenziale erkennen – besonders vor dem Hintergrund der EU-Strategien Mental Health und Culture and Health?
Der aktuelle EU-Arbeitsbericht „Culture and Health – Time to act“ betont die Vernetzung von Kultur- und Gesundheitspolitik. Der Deutsche Musikrat fordert in seiner Resolution von Oktober 2024 eine nationale Strategie zu „Kultur, Musik und Gesundheit“ und hebt dabei auch CM und Musiktherapie hervor. Der Impuls stellt nicht nur europäischen Strategien vor, sondern zeigt vor allem auch praxisnahe Perspektiven auf: Wie gelingen Kooperationen, die beide Felder bereichern? Es geht um Bewusstseinsbildung – für eine Gesellschaft, die Musik als Brücke zwischen Kultur und Gesundheit begreift.
Community Music als schamsensible und würdeorientierte Musikpraxis
Mit Lukas Macher
Scham ist eine äußerst mächtige, dabei aber auch "tabuisierte Emotion" (Stephan Marks), deren Auftreten und Auswirkungen einem in der Arbeit mit Menschen im Allgemeinen - und mir in meiner Praxis als Community Musician im Besonderen - ständig begegnet. Ein sensibler und informierter Umgang mit Scham und deren Quellen hilft dabei, Community Music als eine inklusive, menschenfreundliche, empowernde und antidiskriminatorische Musikpraxis zu betreiben. Ausgehend von Stephan Marks' viergliedrigem Scham-Modell möchte ich skizzieren, wodurch Schamgefühle ausgelöst werden können und welche fundamentalen menschlichen Bedürfnisse dadurch verletzt werden. Mit Blick auf meine eigene Praxis als Community Musician zeige ich konkrete Möglichkeiten auf, diese Bedürfnisse im Kontext z.B. eines Musikworkshops zu erfüllen und dadurch der Entstehung von Scham und Beschämung aktiv entgegenzuwirken.
ZusammenKlang – Musikalische Begegnungen für Frauen, mit oder ohne Kinder
Mit Alma Tedde und Zoë Gordon
Alma Tedde und Zoë Gordon sind zwei in der Schweiz tätige Community-Musikerinnen, die seit 2026 ein Community-Music-Projekt für Frauen mit Flucht- und Migrationserfahrung in einer Kollektivunterkunft in Grosshöchstetten (CH) durchführen. Die musikalischen Treffen finden im zweiwöchigen Rhythmus statt und bieten einen geschützten Raum, in dem Frauen – gemeinsam mit ihren Kindern – durch Singen, Musizieren, Bewegen und Tanzen Selbstwirksamkeit, Gemeinschaft und Freude erleben können. Im Zentrum steht das Empowerment der Teilnehmerinnen: Jede Stimme wird gehört, jeder Beitrag ist wertvoll.