Zwei Zeitslots: 11:00 – 12:30 Uhr und 13:30 – 15:00 Uhr
(Mittagspause 12:30 – 13:30 Uhr)
Community Music als Intervention
Mit Marleen Kiesel und Matt Robinson
Was passiert, wenn Community Musicians nicht warten, bis Menschen zu ihnen kommen, sondern hingehen: mit klaren Zielen, in spezifischen Kontexten, zu Menschen am Rand des kulturellen Lebens?
Community Music als Intervention ist im englischsprachigen Raum eine der verbreitetsten Formen der Praxis. In diesem Workshop fragen wir: Wie beginnt man? Welche Voraussetzungen braucht es – institutionell, musikalisch, persönlich? Und welche Spannungen entstehen, wenn Musik nicht Selbstzweck ist, sondern Teil einer sozialen Strategie?
Neben theoretischen Grundlagen gibt es praktische Methoden, musikalische Impulse und Workshop-Bausteine zum Mitnehmen. Als Praxisbeispiel dient die Arbeit von Community Music Chemnitz.
Community Songwriting
Mit Elisa Beck und Lukas Macher
Der Workshop ist zweigeteilt: Im ersten, praktischen Teil gestalten wir einen inklusiven Community-Songwriting-Prozess. Aus den Ideen der Gruppe entsteht spontan ein gemeinsamer Song. Am Beispiel unserer geteilten Workshopleitung lässt sich das für Community Music wichtige Prinzip der Co-Facilitation nachvollziehen. In einem zweiten, theoretischen Teil präsentieren wir ein ausführliches Praxisbeispiel aus unserem Erfahrungsschatz als Community Musicians, anhand dessen wir zentrale pädagogische, politische und ästhetische Aspekte von Community Songwriting erläutern und zur Diskussion stellen. Die im praktischen Teil gemachten Erfahrungen lassen sich so in einen größeren fachlichen Kontext einordnen.
Zwischen Leitung und Loslassen: Wenn viele Stimmen wirksam werden – Deep Democracy in der Community Music
Mit Marion Haak-Schulenburg (Vertr. Prof.)
Eine der Herausforderungen in Community Music Arbeit ist es, Prozesse wirklich partizipativ zu gestalten. Es stellen sich verschiedene Fragen: ab wann kann man wirklich von Partizipation sprechen? Wie gelingt es, dass möglichst alle Stimmen gehört werden? Welche Fähigkeiten und Kompetenzen braucht ein Facilitator für kollaborative Prozesse? Wie können in einer Gruppe eine „Kultur der Vielstimmigkeit“ entwickelt und tragfähige Entscheidungen getroffen werden? In diesem Workshop beschäftigen wir uns theoretisch und praktisch mit diesen Fragen. Auf der Grundlage von theoretischen Konzepten und konkreten Werkzeugen von Arnold Mindell und Myrna Lewis werden verschiedene Anwendungsmöglichkeiten dieses Ansatzes für Community Music Settings aufgezeigt. Wir tauschen uns aus, wie unsere Community Music Praxis durch diese Ansätze erweitert werden können und dadurch mehr Co-Autorenschaft und Selbstwirksamkeit entstehen kann.
Sonne, Meer und ungerade Takte: Community Music mit griechischen Klängen
Mit Dr. Ursula Vryzaki
Sonne, Meer und mitreißende Rhythmen: In diesem Workshop begeben wir uns auf eine musikalische Reise nach Griechenland. Mit Stimme, Body Percussion, Instrumenten und einfachen Tanzschritten entdecken wir die Vielfalt griechischer Volksmusik – von schwungvollen Melodien bis hin zu charakteristischen ungeraden Taktarten. Gemeinsam experimentieren wir mit musikalischen Bausteinen der griechischen Tradition und gestalten lebendige Community Music „auf griechische Art“.
• Keine Vorkenntnisse erforderlich – alle sind herzlich willkommen.
• Eigene Instrumente dürfen gern mitgebracht werden!
Körperliches Musikmachen im Zeitalter automatischer Klangerzeugung
Mit Gisbert Schürig
Die automatisch ablaufenden Klänge und Rhythmen elektronischer Musik benötigen keine stetige körperliche Aktivität. Daraus ergeben sich Herausforderungen, sie in eine Musikpädagogik zu integrieren, die bei der menschlichen Motorik ansetzt. Es ergeben sich aber auch neue Möglichkeiten, das Verhältnis von Körper und Klang in der Musikpraxis zu begreifen. In diesem Workshop wollen wir gemeinsam solche Möglichkeiten erkunden. Insbesondere richten wir dabei den Fokus auf die Kombination von Stimme und Bewegung mit elektronischen Instrumenten.
Die an vielen Instrumenten bis in kleinste Details regelbare elektronische Klangerzeugung hat das Potenzial, das Verständnis auch von akustischer Klangerzeugung zu vertiefen. Indem wir unsere Stimmen mit den Klängen von Synthesizern in Beziehung setzen, richten wir unsere Aufmerksamkeit auf die feinen Nuancen, die das Hören zu einem intensiven Erlebnis machen können. Dabei lassen wir uns inspirieren von Genres wie Ambient und Drone.
In HipHop und moderner Popmusik ist die Kombination von Stimme über elektronischer Begleitung allgegenwärtig. Wir verbinden solche Herangehensweisen mit Konzepten kollektiver Gesangs-Improvisation aus dem Circle Singing und nutzen rhythmisierte Wiederholung als Basis für improvisatorische Freiräume und gemeinsame dynamische Entwicklungen.
Teilnahme am besten in bequemer Kleidung, auch ist es empfehlenswert, etwas zu trinken zur Hand zu haben.
Workshop
Mit Juan David Garzón
(Infos folgen)