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Samba Syndrom 2019 – ein lebendiges und erfolgreiches Festival

Alle Bilder des Samba Syndrom 2019 finden Sie hier:  https://bit.ly/2m2dTCv und auf unserem Facebook-Kanal: www.facebook.com/Samba.Syndrom/

Das Samba Syndrom 2019 begann Freitagvormittag. Aus Rio de Janeiro, Salvador, Barcelona, Wien und Berlin sind Künstler*innen eingetroffen, um acht Kurse für über zweihundert Sambistas aus ganz Deutschland zu geben. Festivalmacher Marquinhos und Joachim Litty, Leiter der Landesmusikakademie Berlin, eröffneten das 24. und vorletzte Samba Syndrom der Landesmusikakademie Berlin. Danach verschwanden alle Sambistas mit ihren großen und kleinen Percussion Instrumenten in ihren Kursen. Sie erspielten sich zwei Tage lang Performances, die wir in der „Nacht der Mestres“ zum Abschlusskonzert am Samstag erleben konnten.

Mit dabei in diesem Jahr war Mestre Odilon, der sich mit fortgeschrittenen Spieler*innen den  Rio-Samba erarbeitete. Er ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten des „Carnaval-Carioca“ in Rio de Janeiro. Die starke Truppe zeigte beim Auftritt ihr ganzes Können und es wurde spürbar, welche Koryphäe Mestre Odilon auf seinem Gebiet ist.
Felipe Moris gab den Tanzworkshop „Samba Brasileiro“ und bewegte sich ausschließlich unter fortgeschrittenen Tänzerinnen. Der Brasilianer ist weltweit auf Samba Festivals in London, Berlin und in Brasilien gefragt und tanzte in Rio bei renommierten Sambaschulen. In seinem Kurs verfeinerte er Selbstausdruck und Schrittfolgen - unabdingbar für jede Show und Parade. Jabu Morales vermittelte den Maracatu de baquevirado.
Die unglaubliche Energie von Jabu Morales färbte auf die spielfreudige Sambista-Truppe ab, die bei ihrer Präsentation ganz neue Facetten des Maracatu zeigten. Bereits zum ersten Konzertabend am Freitag war Jabu mit Ihrer Band AYOM aus Barcelona aufgetreten und bot eine Explosion an Klang, Rhythmus und Forró-Musik aus dem Norden Brasiliens durchwoben mit mediterranen Melodien und afrikanischen Rhythmen.
Eine ganze Halle mit dem Didá zwei Tage lang in Schwung zu bringen, das gelang der künstlerisch und politisch engagierten Adriana Portela. Von außen sah es manchmal wie eine spaßige Bewegungsmeditation aus, die für viele sehr schweißtreibend war. Die Sozialwissenschaftlerin Adriana Portela nutzt den Didá, damit insbesondere Frauen in Brasilien mehr Selbstbewusstsein entwickeln und für ihre Rechte eintreten. Ihre Abschlusssession mit über siebzig Leuten auf und vor der Bühne war ein echter Höhepunkt.
Volker Conrath und Alafin suchten mit ihrem Workshop Samba Afro & Voice die Nähe zum Samba aus Rio in den 1970er und zum Samba de Roda. Sie schufen in den zwei Tagen einen beeindruckenden Bloco, der Elemente karibischer und afrikanischer Musik integriert. Beide sind international bekannte Künstler: Volker Conrath als freier Percussionist, Sambista der ersten Stunde und Leiter des Bloco Explosão in Berlin. Alafin wirkt als Sänger, Cavaquinho-Spieler, Komponist und Percussionist aus Salvador da Bahia.
Mit Samba-Einsteiger*innen hat Kylu Mianowski gearbeitet, der ein gefragter Workshopleiter und auf zahlreichen internationalen Sambafestivals als Gast unterwegs ist. Die lernfreudige und kunterbunte Truppe war in den zwei Workshop-Tagen eng zusammen gewachsen und hatte bei ihrem Auftritt spürbar großen Spaß an der neu entdeckten Musik.
Dagegen beeindruckte der Workshop „Snare Drums“ von Neide Alves Pilger mit einer feinen Ausgestaltung und seinem hohen Niveau, traditionelle und moderne Rhythmen auf der Snare Drum zu spielen. Die Truppe gab eine famose und herausfordernde Performance, da nur die Snare Drum besetzt war.
Auch im Workshop "Pandeiro Moderno" von Allround-Percussionist Matthias Haffner hielten die Spieler*innen einzig und alleine die Pandeiro in der Hand – ein anspruchsvolles und gelungenes Experiment. Mit seinen 30 Jahren Spiel- und Lehrerfahrung erreichte Haffner, dass die Newcomer*innen mit ihren interessanten Klang- und Rhythmusfolgen überraschten und einen tollen Auftakt zur Nacht der Mestres hinlegten.

Weitere Höhepunkte beim diesjährigen Samba Syndrom waren neben AYOM die Auftritte von LI*HA*BE und von Rainhas do Norte am ersten Festival-Abend. Die jungen Leute von LI*HA*BE aus Berlin und Havanna überzeugten auf der Bühne mit Gesang, Text, Witz, Schauspiel, Tanz, Akrobatik und Tempo. Es war das künstlerische Ergebnis eines einmaligen Austausch-Projektes zwischen jungen kubanischen und deutschen Leuten. Und auch die Musik von Rainhas do Norte war ein Erlebnis. Zehn Frauen aus Brasilien, Deutschland und Israel spielten mit einer unglaublichen Power und großer Varianz an Instrumenten und Stimmen. Sie haben sich vor 15 Jahren rund um den Maracatu-de-Baque-Virado in Berlin gefunden.

Das gesamte Festival wurde von einem Mitmach-Programm für Familien begleitet mit Capoeira, mit einer Bastelecke für brasilianische Instrumente und einem Familien-Drum-Circle, den unser langjähriger Mitarbeiter Marquinhos  gab. Zusammen mit Joachim Litty hat Marquinhos das Festival konzeptionell und organisatorisch gestaltet, während Leon Kumpfmüller erstmals das Management übernommen hat. Ihnen haben wir ein gelungenes und schwungvolles Samba Syndrom 2019 zu verdanken. Nächstes Jahr lassen wir es ein letztes Mal krachen – mit vielen bekannten Persönlichkeiten, Künstler*innen und Spieler*innen, die seit 1995 beim Samba Syndrom mitgewirkt haben.

Eva Wagner

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